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Grenzen der Bildberichterstattung

Bei der Bildberichterstattung gelten engere Grenzen als bei der reinen Wortberichterstattung. Zu unterscheiden ist die Rechtslage bei der Herstellung von Bildern und Veröffentlichung von Bildern. Das Herstellen von Bildern ist in aller Regel zulässig, wenn nicht das allgemeine Persönlichkeitsrecht verletzt wird, die Fotografie unter Begehung von Straftaten entsteht oder eine Veröffentlichung ohne Zustimmung der Abgebildeten ohnehin nicht möglich ist und diese nicht vorliegt. Dieser Artikel handelt von den Grenzen der Veröffentlichung von Fotografien.

Personenbilder dürfen grundsätzlich nur mit Zustimmung der Abgebildeten veröffentlicht werden. Bei Minderjährigen bedarf es die Zustimmung der Eltern. Ausnahmen sind Bildnisse der Zeitgeschichte, Bilder mit Personen als Beiwerk, Bilder von Versammlungen und Aufzügen und Bildnisse, die einem höheren Interesse der Kunst dienen.

Grundsätzlich ist eine Veröffentlichung von Personenbildern nur dann gestattet, wenn die Person der Veröffentlichung zugestimmt hat:

Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden.
§ 22 UrhG

Eine Einwilligung kann formfrei erfolgen, entweder ausdrücklich oder durch konkludentes Handeln. Findet eine Entlohnung statt, ist davon auszugehen, dass eine Einwilligung zur Veröffentlichung erteilt wird. Bei 14 bis 18-Jährigen ist sowohl die Erlaubnis der Jugendlichen als auch der Eltern einzuholen. Dieser Grundsatz unterliegt einigen Ausnahmen, sofern trotz vorliegender Ausnahme kein berechtigtes Interesse verletzt wird.

Ausnahmen

Nicht als notwendig erachtet der Gesetzgeber eine Einwilligung bei (§ 23 Abs. 1 KUG):

  1. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
  2. Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
  3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
  4. Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.

Strittig ist oft, was ein Bildnis zum Bereich der Zeitgeschichte zuordnet. Entscheidend ist, ob die Bildberichterstattung zu einer Diskussion von allgemeinem Interesse beiträgt. Eingriffe in die Privatssphäre sind in abnehmender Reihenfolge eher zulässig bei:

  • Politikerinnen und Politikern
  • Personen des öffentlichen Lebens
  • gewöhnlichen Menschen

Diese Ausnahmen sind nicht anwendbar, wenn ein berechtigtes Interesses des Abgebildeten oder der Angehörigen eines Verstoreenen besteht. Dazu bedarf es einer Einzelfallabwägung.

Bei der Beurteilung einer Bildberichterstattung ist der Kontext wichtig. Während ein Bild einer Politikerin in einem Hotelzimmer einen Eingriff in die Privatssphäre darstellen kann, kann das Bild im Kontext mit einer Wortberichterstattung zu einem in dem Zimmer stattfindenden Drogenhandel zulässig sein.

grenzen-der-bildberichterstattung.txt · Zuletzt geändert: 2018/01/10 22:27 von eric