Mediennutzung

Derzeit besteht ein Generationenabriss in der Mediennutzung, der noch einige Jahre bestehen bleiben wird. Während das Web von Jüngeren als multifunktionales Medium genutzt wird – sei es zur Information oder Unterhaltung – nutzen ältere Menschen weiter die ihnen vertrauten Medien. Das Web ist in dieser Personengruppe durchaus als Informationsmedium etabliert, nicht aber als Nachrichtenmedium.

Die Messung der Mediennutzung ist aus vielerlei Gründen schwierig, die Interpretation der Daten wird durch eine teils uneinheitliche Datenlage nochmals verkompliziert. Im Bereich der Presse ist zum Beispiel nur die Zahl der Abonnements oder sogar nur die Verkaufszahlen von Zeitungen bekannt, nicht aber, wie viele Rezipienten sie tatsächlich konsumieren. Auch gehen viele Nutzer – insbesondere jüngere – dazu über, die Webangebote von Zeitungen zu nutzen. Viele Studien wie die Langzeitstudie Massenkommunikation 2015 befragen die „deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren in Haushalten mit Telefonfestnetzanschluss“. Das führt zu weiteren Verzerrungen, da auch Kinder unter 14 verstärkt Medien konsumieren. Zudem werden nicht mehr alle Bevölkerungsgruppen erfasst, wenn man ausschließlich Haushalte mit Festnetzanschluss befragt, da aufgrund der mittlerweile starken Verbreitung von Mobiltelefonen die Zahl der Haushalte mit Festnetzanschluss abnimmt. Ebenfalls kann der Fokus einer Studie auf eine bestimmte Mediengattung oder das Fehlen von Single-Source-Daten zu einer Verzerrung führen.